Boxen

Aktualisiert: 16. Sept 2019

Die Angst hat keinen Platz mehr. Ich bin nur mehr auf mein Tun fokusiert!



Ich gehe Boxen. Warum mache ich das?


Boxen. Geht’s mir noch gut? Ich bin 54 Jahre alt und bin bis jetzt ganz gut (bis auf einigen kleine Niederlagen) auch ohne Boxen zurechtgekommen.

Irgendetwas in mir fordert mich aber lautstark auf, mich dem Kampf zu stellen. Welchem Kampf? Warum muss ich kämpfen und mit wem? Diese Frage ging mir immer wieder durch den Kopf und dann auf einmal war sie da, meine Erkenntnis. Dieses Boxen steht für etwas anderes, dieses Boxen steht für die Bereitschaft, anzuerkennen, dass da viel Angst ist vor dem Leben.


Angst?

Zum ersten Mal stelle ich mich bewusst dieser Angst und mit jedem Schlag beim Sparring mit einem Trainingspartner wird diese Angst kleiner, obwohl sie gerade jetzt größer werden müsste, weil es wehtun kann, wenn man getroffen wird, und ich mag meine Nase.

Ein unbeschreibliches Gefühl!


Die Angst hat keinen Platz mehr, ich bin so damit beschäftigt anzugreifen und zu verteidigen, dass nichts mehr anderes in meinem Kopf Bedeutung hat, außer diesem unglaublich schönen Gefühl der Gegenwärtigkeit. Ich bin da, ich bin hier, ich bin jetzt, nichts kann mich von diesem „Jetzt“ ablenken, mein Verstand schweigt und ich spür wahrhaftig die Göttlichkeit meines SEINS.





Stefan G. Schilchegger, Autor, Coach und Trainer aus Eben in Pongau setzt sich schon lange mit

Themen der Persönlichkeitsentwicklung auseinander. Sein erstes Buch "Spiegelflüsterer" erzählt von einem magischen Moment, der sein Leben veränderte.


So könnte es eine Frau sehen


Boxen:

Eigentlich ist Boxen eine Sportart, die mir als Frau so gar nicht liegt. Gewalt, Schmerz, Blut, Niederlage. Alles Dinge, die mir nicht behagen. Trotzdem hat diese Geschichte etwas in mir ausgelöst, sie hat etwas in mir angesprochen.

Angst?

Dieses Aufbegehren gegen die Angst. Dieses Auftreten der nackten, bedrohlichen Angst, die jeder von uns spürt, die jeder von uns kennt. Meistens tun wir uns schwer, dieser in die Augen zu sehen.

Der Mut dieses zu tun, hat etwas Anziehendes, fast schon etwas Erotisches an sich. Dieser Mut trotz Schmerzen sich ganz auf Verteidigung und Angreifen zu konzentrieren, weckt Interesse, weckt Aufmerksamkeit, weckt Bewunderung in mir.

Im Anderssein liegt die Lockung!

In allen Mythologien, Märchen und Geschichten durchkämpft sich der Mann durch Seen, Drachen und allerlei Gefahren, um seiner Angebeteten ihre Wünsche zu erfüllen. Dieses Tun war und ist für uns Frauen essentiell, denn die Frau soll den Mann prüfen, da sie und ihre Kinder nur in Schutz und Geborgenheit überleben können. Darin liegen die Spannungen, auch die großen Missverständnisse, aber vor allem die Lockung des Anderen. Und in dieser Lockung liegt das Geheimnis. Ich begebe mich in eine andere Welt, die Frau zum Mann, der Mann zur Frau.

Vielleicht ist es dieses Anderssein, dieses Verteidigen, dieses Angreifen, diese Lockung, das uns Frauen von jeher an die Männer fesselt. Maria Schober, Bloggerin Briefe an Leonie


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