Ritter

Aktualisiert: 16. Sept 2019

Der Ritter kämpft und setzt sich für andere ein. Ein Ritter hört aber auch zu und weiß um was es sich zu ringen lohnt.

Ritter


Sagen und Geschichten von Rittern, Kämpfen, Tapferkeit und Siegen liebte ich schon immer. Als kleiner Sprössling bastelte ich mir mit allen möglichen Holz- und Besenteilen Schwerter und Lanzen und spielte stundenlang den Retter aller Unterdrückten. Wen wunderts, denn ich glaube alle kleinen Buben sehen im Ritter das Ideal eines Mannes. In meiner Teenagerzeit, in der die Gefühle oft ein Auf und Ab erleben und ich zwischen stark und schwach, zwischen nachgeben und hart bleiben, nicht unterscheiden konnte, habe ich in Sagen und Rittergeschichten den Kern des Mannes entdeckt und mich immer mehr zu diesem Ideal hingezogen gefühlt.


Lancelot


C.S. Lewis brachte es auf den Punkt. Für ihn ist richtige Männlichkeit anhand eines Ritters der Tafelrunde, Lancelot, zu erkennen. Lancelot war der tapferste, der im Kampf in der ersten Reihe stehende, in Schlachten sich werfende, selbstopfernde Ritter, der für seinen König so manchen Sieg erkämpfte. Doch gleichzeitig war auch Lancelot derjenige, der im Kreis der Frauen, der Sanftmütigste, der Mitfühlendste war und der mit Frauen und Mädchen am besten sprechen konnte.


Herz und Kraft


Er hatte das Herz hinzuhorchen, mitzufühlen und das Gute zu suchen, aber er hatte auch gleichzeitig die Kraft und den Mut für das Gute und die Gerechtigkeit, für diejenigen die es am meisten brauchen, zu kämpfen.

Ich wollte als Kind ein Ritter werden und vielleicht deshalb, setze ich mich, für die Schwächsten und Ungeschützten, für den Schutz unserer kleinsten Mitmenschen, für die ungeborenen Kinder, in unserer Gesellschaft ein. Johannes Moravitz





So könnte es eine Frau sehen



Pipi oder doch?


Meine Mutter liebte den Fasching und uns Kindern wunderbare Kostüme genäht, geschneidert und gebastelt. Auch wir genossen diese Zeit des Verkleidens sehr. Doch ein Faschingsfest blieb mir in bitterer Erinnerung. Ich trug grün-orange Strümpfe, ein Hänger-Kleidchen und rote, abstehende, durch Draht fixierte Zöpfe. Ich sah ident, wie meine damalige Lieblingsfigur aus meinem Lieblingsbuch aus. Pippi Langstrumpf.


Undankbar


Doch ich war traurig, zornig und meiner Mama gegenüber sehr undankbar. Denn meine Schwester durfte in ein rosa Tüllkostüm gekleidet, ein kleines, glitzerndes Krönchen auf dem Kopf, eine bildhübsche Prinzessin sein. Ich kann, als ob es gestern gewesen wäre, den damaligen heftigen Schmerz noch fühlen. Den Schmerz doch auch eine Prinzessin sein zu dürfen.

In unserer Gesellschaft ist die taffe, selbstbewusste, selbstbestimmte Pippi Langstrumpf der Star. Viele Frauen wollten und wollen diesem Ideal folgen. Wie in Pippis Leben, geht es um das eigene Glück, für das man ja selbst verantwortlich ist, das man selbstbestimmt lebt und selbstbewusst verteidigt. Das Glück des anderen ist uns erst auf dem zweiten Blick wichtig. Wir möchten alle gerne Pippi sein. Oder?


Sehnsucht


Erst jetzt erkenne ich die Sehnsucht, die ich damals spürte. Diese tiefste Sehnsucht, die Sehnsucht nach Schutz, nach Halt und nach Liebe. Diese Sehnsucht, die vielleicht viele Frauen in ihren Herzen tragen. Diese Sehnsucht nach einem Ritter. Maria Schober Briefe an Leonie

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