Zuhören

Aktualisiert: 16. Sept 2019

Sie hatten schon lange keinen Sex! Ist dieser so wichtig?


Müde, ausgelaugt aber glücklich


Müde, ausgelaugt aber glücklich über viele intensive Begegnungen der letzten Tage, suchte ich mir einen Platz im Zug von Wels nach Wien. Alle Sitzplätze waren überraschender Weise belegt, ich wunderte mich, da wir weder Hauptreisezeit hatten, noch war es Freitagabend, an dem der Zug normalerweise übervoll belegt ist. So fand ich einen Platz neben einem jungen Mann, der mich offen auf den freien Platz neben ihn einlud. Ich nahm gerne an, denn ich wollte mich einfach ausruhen und die bewegten Tage mit den Jugendlichen überdenken.

Schon lange keinen Sex gehabt!

„He, auch schon lange keinen Sex mehr gehabt?“, wurde ich von meinem Sitznachbar angepöbelt, während er mit dem Kinn auf mein Priesteroutfit deutete. Überrascht durch den unfreundlichen Angriff wusste ich im ersten Moment nicht, wie ich reagieren sollte. Mein Gegenüber nutzte mein Zögern und fing an, mir seine Geschichte zu erzählen. Ich hörte zu. Ich saß da und hörte diesem nach außen souverän wirkenden Mann zu. Er erzählte mir seine Vergangenheit, seine Gegenwart, seine Verunsicherung, seine Schmerzen. Er erzählte mir über seine Beziehungen, von vielen Frauen, von den vielen sexuellen Beziehungen, die er erlebt hatte. Nach unserem Gespräch, insbesondere nach seinem letzten Satz, entstand in mir ein Gedanke, ein Wunsch, vielleicht sogar eine Aufgabe, die Gott mir stellt. Ich erkannte im letzten Satz dieses jungen Menschen so viel Schmerz, Kraftlosigkeit und Einsamkeit, dass ich glaubte, diesen und vielen anderen Männern helfen zu sollen. Sie wieder ihrer Kraft, ihrem Mut und ihrer Liebesfähigkeit bewusst zu machen.


Hilfeschrei!


Sein letzter Satz war für mich wie ein Hilfeschrei. Traurig mit hängenden Schultern stand er auf, packte seine Sachen zusammen und wandte sich zum Gehen, um in St. Pölten auszusteigen. Doch bevor er ausstieg, drehte er sich noch einmal um und mit einer tiefen Einsamkeit, die in seiner Stimme mitschwang, beendete er seine Geschichte. „Wissen Sie, ich hatte viele Frauen, ich hatte viele Beziehungen und viel Sex. Aber keine dieser Frauen brauchte mich, denn eines war nie mit im Spiel, und das war Liebe!“. Pater Joachim Richter






Ich habe Pläne..

"Ich habe Pläne des Heils für euch!“, (Jer. 29.11) diese Aufforderung hörte Pater Joachim Richter und setzt sich seitdem in der Männerarbeit ein. Für Pater Joachim ist dieser Einsatz wichtig und notwendig, um das Mannsein wieder mehr in den Fokus zu bringen.

So könnte es eine Frau sehen!




Zuhören

Oft passiert es ganz ungeplant. Menschen öffnen sich. Plötzlich erzählen sie ihre Geschichte, ihr Schicksal und oft auch ihre Trauer und ihren Schmerz. Wenn jemand sich die Zeit nimmt, diesem Menschen die Hand reicht oder zuhört, einfach zuhört, dann kann es diesem Einen sehr, sehr helfen. Pater Joachim hat sich trotz seiner Müdigkeit die Zeit genommen zuzuhören. Wie gut tut das, insbesondere wenn Männer zuhören können.

Bitte keine Lösung!


In meiner Ehe gab es oft Situationen, in denen ich meinem Mann mein Anliegen, meine Sorgen und meine Probleme erzählte, und er bot mir sofort eine Lösung an. Und ich? Ich war beleidigt und gekränkt. Erst durch ein Video von Vera F. Birkenbihl erkannte ich den grundlegenden Unterschied von Mann und Frau. Frauen wollen erzählen, Männer wollen Lösungen.

So bat ich Rupert, meinen Mann, mir doch einfach nur zuzuhören, ohne Kommentar, ohne Analyse vor allem ohne Lösungen. Einfach zuhören!


Ich freue ich so sehr, wenn es Männertreffen gibt, in denen auch Männer, zugehört wird.

Danke lieber Pater Joachim! Maria Schober Bloggerin Briefe an Leonie





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